Old faithful — Tada

Final­ly …
Ich habe mir Old Faith­ful tat­säch­lich aufges­part, er war das let­zte, das ich in Yel­low­stone besucht habe. So ein Geysir, der so pünk­tlich aus­bricht, ist wohl das Aller­schön­ste, was sich ein Touris­mus­man­ag­er wün­schen kann. Im Durch­schnitt alle 90 Minuten zis­cht es und für mich gab es noch drama­tis­che Wolken, yeah!

noch ein paar Bäume von Mammoth Hot Springs

Bei diesen Bildern habe ich erkan­nt, wie sehr sich die Land­schaft ändert. Egal, wann genau es passierte, aber diese Bäume haben gelebt, gut und glück­lich, bis der Boden zu heiß wurde oder die Quellen, alles Leben aus ihnen her­aus saugten. Ein­er mein­er coolen Hosts erzählte mir, dass es völ­lig anders aus­sah, als er als 5‑Jähriger in den 1950er Jahren dort war. Ich brauchte einige Zeit, bis ich ver­stand, dass es noch nicht lange her sein kann, dass sich diese For­ma­tio­nen bilde­ten. Denn die Bäume wür­den ja bald ver­rot­ten. Allerd­ings habe ich solche Stümpfe auch noch beim Mt.St.Helens gese­hen, sie kön­nen also lange ein­fach nur rum­ste­hen.

Bei den Bildern von den Mud Vol­cano kannst du grüne Wiesen mit toten Bäu­men sehen, die wie zufäl­lig herum liegen. Hier wurde der Boden so heiß, dass die Bäume abstar­ben, die Schwe­feldämpfe kon­nten sie noch verkraften, doch die Tem­per­a­turen waren zu viel.

Übri­gens Yel­low­stone kann man riechen. Über­all, wo es Quellen gibt, hin­ter­läßt der Schwe­fel seine Spuren. Noch bevor ich Dampf­schwaden sah, roch ich die faulen Eier. Doch die Nase ist gnädig, sie gewöh­nte sich daran, es wurde milder.

Cabin at Mammoth Hot Springs

Als ich mir langsam klar wurde, dass ich Yel­low­stone besuchen will, hat­te ich noch keine Vorstel­lung wie groß der Nation­al­park ist. Zu allem Über­druss zeigte mir mein GPS auch falsche Dat­en an, doch ich war mis­strauisch, irgen­det­was stimmte nicht. Dieses Mis­strauen war gut, denn die Spezial­ität ganz im Nor­den von Yel­low­stone ist gute 3 Stun­den von Cody ent­fer­nt, aber nur wenn keine Pausen gemacht wer­den und alles andere links liegen gelassen wird. Das wollte ich nicht und an den vorherge­hen­den Beiträ­gen siehst du auch, dass es gut so war.

Noch viel mehr Glück hat­te ich aber, dass ich noch ein Zim­mer bzw. diese Cab­in bekam. Ich hat­te keine Vorstel­lung wie aus­ge­bucht die Unterkün­fte inner­halb des Nation­al­parks im Som­mer sind. Und im Gegen­satz zum let­zten Mal hat­te ich dies­mal kein Zelt dabei. Nur einzelne Tage wären für die näch­sten 2 Monate zu haben. Die näch­st­gele­ge­nen Städte sind Gar­diner im Nor­den — bere­its in Mon­tana — und im West­en Yel­low­stone, direkt beim West­ein­gang. Aber irgend­wie war mir das in mein­er Spon­tan­ität alles zu viel. Ich war froh um die Hütte, wo ich mich eigentlich auf frem­den Staats­ge­bi­et befand, denn die Gegend gehört eigentlich den Uini­ta-Zieseln. Unter meine Hütte führten unzäh­lige Löch­er, die hochschwangern Weibchen wichen den frechen kleinen Män­nchen, die sich nicht scheuten auch mich anz­u­fauchen, als ich mir erlaubte, mein Aben­dessen auf der Porch einzunehmen. Die Stan­gensel­lerie fand das freche Män­nchen nicht wirk­lich span­nend, doch am Mor­gen war alles weg.

Ver­rat­en werde ich diesen Zieseln sich­er nicht, dass mich ihr Warn­ruf echt schreckt. Wie immer bekomme ich Angst, dass sie mir (auch aus Angst) ein­fach direkt ins Gesicht sprin­gen. Zu unberechen­bar sind mir diese Kumpane.

mg_9006Und zum Abschluss noch ein Self­ie, das habe ich aber erst am näch­sten Tag geschossen, damit du einen Ein­druck bekommst, was auf dich wartet.

So viel Yellowstone und endlich raucht es

Zeit wird’s!

Nach­dem es schon rund um den Lake Yel­low­stone immer wieder ger­aucht hat, ich den Yel­low­stone Riv­er bewun­dert habe, ste­he ich jet­zt vor ein paar Schlamm­löch­er, in denen es brodelt. Nein, Fuß stelle ich frei­willig keinen auf das Gelände, da mögen Büf­fel spazieren gehen, Vögel herumhüpfen, ich bin dankbar um den Steg, der durch das Gelände führt.

Grand Canyon of the Yellowstone

Der Yel­low­stone Riv­er war der Namensge­ber des gesamten Gebi­etes. Der Wasser­fall wurde erst möglich durch die heißen Quellen. Nach­dem das Gestein rund um diese Quellen qua­si aufgewe­icht war, hat die Zeit ihr übriges getan, die Wasser­massen waren der sprich­wörtliche “Stete Tropfen, der den Stein höhlt.”

Bei den let­zten Bildern wurde ich bei den Säulen an Dev­ils Tow­er erin­nert.

Yellowstone Lake

Eine kleine Ein­leitung, bevor ich hier war, dachte ich der See sei qua­si das Inner­ste des Kraters, dem ist nicht so, nach­le­sen kannst du es hier. Ein detail­liert­eres Bild, aus dem auch die Bewe­gung der nor­damerikanis­chen Kon­ti­nen­talplat­te über den Hotspot, der Yel­low­stone zu dem macht, was es ist, habe ich hier bei Wikipedia gefun­den. Ich wusste nicht, dass es sich bei Yel­low­stone auch um einen Hotspot han­delte. Super­vulkan war klar. 3x soll er inzwis­chen in den ver­gan­genen 2 Mil­lio­nen Jahren aus­ge­sprochen sein, etwa alle 600.000 Jahre und deshalb wäre er auch jet­zt wieder ein­mal fäl­lig. Doch so ein paar 10.000 Jahre auf und ab, sind in geol­o­gis­ch­er Zeit ein Hus­ter.

Yellowstone

mg_8824Yel­low­stone ist ein sehr gefährlich­es Gebi­et für mich, zu viele aufre­gende Motive, zu viel geol­o­gisch inter­es­santes. Wegen der großen Zahl der Fotos werde ich es langsam ange­hen. Als ich über den 2600m hohen Syl­van-Pass den östlichen Rand des Yel­low­stone Kraters über­schritt, und ich die Wolken am unteren Rand sah, bekam ich ein wenig Gefühl für die Größe dieses Gebi­etes.

mg_8823Ein Pass, der eigentlich ein Krater­rand ist, und ich befand mich ab diesem Zeit­punkt inmit­ten der Caldera eines Super­vulka­ns. Als das let­zte Mal ein Super­vulkan aus­brach, näm­lich jen­er von Toba, ist fast die gesamte Men­schheit gestor­ben (vor ca. 70.000 Jahren). Die geringe Vari­abil­ität unser­er Gene ist Zeuge dessen und auch ein Zeichen, wie nah ver­wand wir alle sind. Der ganze Hick­hack heute ist lächer­lich, denn wir sind alle ziem­lich nah ver­wand, wir müssen nur ein paar 1000 Gen­er­a­tio­nen zurückschauen. Ob wir damals wirk­lich fast aus­gestor­ben wären, ist nicht sich­er, sie stre­it­en sich noch und ich halte mich da raus.mg_8835

Die glob­ale Tem­per­atur soll damals um 3–3,5° gesunken sein. Doch was immer damals geschah, wenn es jet­zt zu einem Aus­bruch käme, wäre es sehr fol­gen­re­ich. Zur Erin­nerung als der unaussprech­liche Vulkan 2010 in Island aus­brach, kam der Flugverkehr lange Zeit zum Erliegen. Die Aus­brüche von Vesuv und Mount St. Helens erzählten ein wenig von der Macht, und doch ein Super­vulkan ist viel mehr.

Sobald ich mich umschaute, strahlten über­all Vulkankup­pen in schwarz und weiß zu mir herüber. Nur Rich­tung Süden strahlten sie Tetons am anderen Ende des Crater­lakes herüber. Im Vorder­grund sind die Über­reste des let­zten Wald­bran­des, Wald­brände, die an vie­len Orten ihre Zeichen hin­ter­lassen.

mg_8960Über­rascht hat mich, dass die Caldera nicht wirk­lich klar ersichtlich ist. Inner­halb der Caldera ist zwar der Yel­low­stone Lake, der einen Teil bedeckt, doch der See bildet nicht die Caldera, wie ich dachte. Sie ist 6x so groß wie Wien oder fast so groß wie Vorarl­berg, alles Größen, die über meine per­sön­liche Vorstel­lung hin­aus­ge­hen (2400 km²).

Es befind­en sich zahlre­iche Erhe­bun­gen, die durch die hydrother­malen Erschei­n­un­gen verur­sacht wor­den sind, in diesem Bere­ich. Es war nicht so, wie ich es mir vorstellte. Auf der Karte siehst du, dass es nicht ein­fach eine flache Schüs­sel ist, son­dern unter­schiedliche Erhe­bun­gen, Hügel und Berge den Krater­rand ver­schleiern. Die Rän­der der Caldera sind außer­dem nicht sta­tisch geblieben, bei jedem der riesi­gen Aus­brüche lag das Zen­trum woan­ders.mg_8964

Rechts siehst du den nördlichen Rand, beim 2700 m hohen Dun­raven Pass. Selb­st das Wis­sen, dass da drin­nen Bäume wach­sen und Tiere leben, reichte nicht, um es mich den­noch zu über­raschen. Speziell die vie­len Flüsse ver­standen es, mich in ihren Bann zu ziehen.

Ich war schon beim Colum­bia Riv­er über­rascht und wie weit sich die Spuren des let­zten Aus­bruchs von Mt. St. Helens zogen, aber Yel­low­stone ist ein­fach riesig.

Die Größe über­steigt ein­fach meine Vorstel­lungskraft.

Bei Yel­low­stone han­delt es sich um einen Hotspot, wie in Hawai, doch während sich dort ein­fach der Ozean­bo­den öffnet und die Lava san­ft die Hügel hin­unter fließt, ist hier die Lage ein wenig kom­pliziert­er, weil es die Aus­brüche nicht laufend son­dern episodisch stat­tfind­en. Aber auch hier bewegt sich die Kon­ti­nen­talplat­te seit 17 Mil­lio­nen Jahren über diesen Hotspot und war einst in Neva­da und Ida­ho, als sie noch nicht Neva­da und Ida­ho waren. Dieser bricht etwa alle 600.000 Jahre aus. Und da stöh­nt er nicht nur so wie jet­zt mit seinen heißen Quellen und dem Schwe­felges­tank, son­dern lässt ein Mords­don­ner­wet­ter mit Blitz und Lava und Asche abge­hen.

Hier schaue ich noch mal zurück Rich­tung Süden und Caldera.

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