Mississippi River

Ich machte Halt in St. Cloud, der Name war zu schön, wenn auch das Motel eines der schäbig­sten war. Aber nicht die Heilige Wolke wird hier verehrt son­dern der Heilige Clodoald, der im 6. Jahrhun­dert lebte und die franzö­sis­che Stadt Saint Cloud ist die Patin für diese.

Aber ich wollte weit­er­hin das Wass­er suchen und was bietet sich mehr an als der Mis­sis­sip­pi. Auch wenn der Strom ‘Old Man Riv­er’ — „Alter großer Fluss“ — genan­nt wird, hat­te ich mehr den Ein­druck ein­er Wider­spän­sti­gen Zäh­mung. Nach hefti­gen Regen­fällen war er gestrichen voll, und die vie­len Staukraftwerke schienen die ganze Energie abzuleit­en. Aber die Quell­höhe ist auch nur halb so hoch wie die der Donau. Und die Strö­mung sieht man im ersten Augen­blick fast nicht. Nur wenn er nach dem Kraftwerk her­vor­sprudelt, spürte ich etwas von sein­er Kraft. Wie bei uns der Früh­ling die Wass­er braun färbt, so ist auch der Mis­sis­sip­pi nach diesem lan­gen hefti­gen Win­ter sehr sed­i­men­tre­ich. Der Schaum nach der Pas­sage der Kraftwerke kann natür­lichen, aber auch anderen Ursprungs sein. Doch laut eines Berichts von Mis­sis­sip­pi-Padlern hat­ten sie keine Prob­lem und bewun­derten die vie­len Tiere, die sie beobacht­en konnten. 

Heute ein paar roman­tis­che Früh­lings­bilder, wo die ganze Pracht bewun­dern kann. Der Früh­ling ist auch hier noch spät dran, doch der Reiz der zarten, ersten Blät­ter hat mich verza­ubert. Mor­gen mehr davon.