Pine Mountain Club

Ein paar Ein­drücke aus den Bergen. Den let­zten Schnee gab es am 29. Mai und erst seit weni­gen Tagen heizt man nicht mehr.

Das Dorf schmiegt sich auf bei­den Seit­en des Tales die Berge hin­auf. Das Land gehörte früher den Chu­mash Indi­an­ern. Jet­zt ist es eine pri­vate Gemeinde, in der alles ein biss­chen anders heisst, das Gemein­dezen­trum ist das Club­haus, dort gibt es einen Golf­club, einen Swim­ming­pool, einen
2011usa_3-044 Spiel­er­aum, mit Pool­bil­lard, Tis­ch­fuss­ball, Com­put­er­spie­len und Bücherei (im Hin­ter­grund tanzten ger­ade ein paar Mäd­chen, daneben fuhr ein Vater mit seinem Sohn ein Ren­nen.)

Die Strassen klin­gen selt­sam ver­traut: Zer­matt Dr(ive), Zurich Av(enue), selb­st eine Inns­bruck Av, irgend­wo auf einem der vie­len Hügel habe ich auf der Strassenkarte gefun­den. Apro­pos Strassenkarte: in LA war mir das Schick­sal weit­er gnädig, im Shut­tle bin ich mit einem lieben Inder gefahren und trafen uns im Gespräch irgend­wo beim Leben alleine, zum Abschied umarmte er mich und ich stellte fest, eine Umar­mung am Mor­gen tut gut. Das Glück war mir weit­er wohl geson­nen und ich bekam ohne Aufzahlung ein GPS, das mich weniger stresste, als meine ersten Ver­such losz­u­fahren und ich fest in die Kup­plung stieg, die es nicht gab 🙂 Ruth, meine Gast­ge­berin, war dann der ganz beson­dere Glücks­griff des Tages.2011usa_3-0301

Ich wäre nie in dieses abgele­gene Dorf gefahren, wenn ich dort nicht eine Couch gefun­den hätte. Ich hat­te eigenes Zim­mer, eigenes Bad wir (mehr sie) kocht­en gemein­sam und ich spülte mehr ab, denn ich kenne nie­man­den, der gerne abspült.

Zurück zu Pine Moun­tain Club, sie recyklen, ein wenig anders wie wir Ruth und ich bracht­en auch den Abfall des Pine Moun­tain Bud­dhist Tem­ple mit, aber davon später, und entsorgten ihn
hier. 2011usa_3-040

Das war nicht nur der Mist­platz, son­dern auch die Wohn­wa­gen­sied­lung, auch das gibt es hier. Da sind also die weniger Begüterten zuhause.2011usa_3-042
Ich war trotz allem erstaunt, wie gut die Infra­struk­tur für diese 1600 Men­schen zäh­lende Gemeinde war, neben Tankstelle, einem Gemis­cht­waren­laden, der jeden Tag von 8–8 offen hat, bekam man im Club­haus zu essen, aber es gab auch eine Pizze­ria, ein Restau­rant und ein Bistro.

Das gibt es bei uns nicht mehr. Kein 1600 See­len Dorf hat eine solche Infra­struk­tur. Ver­mut­lich weil der Ort tat­säch­lich sehr abgeschieden liegt. Aber in Wahrheit bedeutet es, dass mehr Men­schen eine Arbeit haben.

Das war’s noch nicht: Ein Post­amt, eine Bäck­erei, bei der es um ein Schwei­negeld riesige Zimtsch­neck­en gibt, ein Immo­bilien­büro und natür­lich einen Golf­shop. Im Som­mer gibt es min­destens ein­mal monatlich ein Fest oder Konz­ert, ver­schiedene Yogas­tun­den und selb­stver­ständlich auch Pilates, Yoga gibt es Fre­itag abends auch bei Ruth im Haus, es gibt Frauen, die sich beim Quil­ten tre­f­fen, eine monatliche Zeitschrift, in der die Gemeinde/Clubregeln veröf­fentlicht wer­den, man Frei­willige für das 2 tägige Okto­ber­fest sucht, zum Town Hall Meet­ing ein­lädt (der Gemein­de­v­er­samm­lung also), der Finanzbericht veröf­fentlicht wird. Last but not least: Sog­ar eine Folge der Wal­tons wurde hier gedreht. Irgend­wie gab es hier Plätze, die mir selt­sam ver­traut waren. Good Morn­ing John-Boy!

2 Antworten auf „Pine Mountain Club“

  1. Good morn­ing Ruth!

    Sieht wirk­lich wie bei den Wal­tons aus. Der Urlaub scheint dir gut zu tun.
    Das freut mich. Das Glück soll dir auf dein­er Reise weit­er­hin wohl geson­nen sein.
    PS: mmm­mmh riesige Zimtsch­neck­en Schmatz!

    Liebe Grüße
    Daniel

    1. Wal­tons: nur 1 Folge, trotz­dem bekam ich ein Gefühl dafür., Zimtsch­necke wurde das Früh­stück für das bud­dhis­tisvche Kloster, zu dem wir fuhren (wenn ich das gewusst hätte 🙂 es ist erstaunlich nur 1,5 Stun­den von LA, und so ein langer Win­ter.

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