Old faithful — Tada

Final­ly …
Ich habe mir Old Faith­ful tat­säch­lich aufges­part, er war das let­zte, das ich in Yel­low­stone besucht habe. So ein Geysir, der so pünk­tlich aus­bricht, ist wohl das Aller­schön­ste, was sich ein Touris­mus­man­ag­er wün­schen kann. Im Durch­schnitt alle 90 Minuten zis­cht es und für mich gab es noch drama­tis­che Wolken, yeah!

Norris Geyser Basin

Es ist span­nend, wie sehr mir die Orte ver­traut vorka­men und doch war jed­er anders, einzi­gar­tig. Dieses Beck­en wird Porce­lain Basin genan­nt. Diese Far­ben …

Mammoth Hot Springs

Ich war müde am Abend von den vie­len Ein­drück­en, aber auch vom Fahren, schließlich hat­te ich 2 Pässe über­quert und eine anspruchsvolle Bergstraße, bei der mir sehr bewusst wurde, dass ich meine Fern­sicht­brille zuhause vergessen hat­te und auch wenn es nur wenig Diop­trien sind, müde sind es fast immer zu viele. Selig schlief ich früh ein, wachte früh auf und machte mich auf einen lan­gen Tag gefasst.

Bei der Auswahl der Bilder tat sich bei mir nun blankes Entset­zen auf, zu viel des Guten… doch ich möchte, die Mam­moth Hot Springs nicht auf 2 Ein­träge aufteilen, also schau selb­st.

 

Cody to Yellowstone

Yel­low­stone gibt mir immer noch ein eige­nar­tiges Gefühl. Von Cody aus, 2x links abbiegen und dann 80 km ger­ade aus und ich war in Yel­low­stone.

Je näher ich kam, umso dun­kler wur­den die Steine. Die Vulka­ne über­nah­men die Herrschaft.

Bei Cody sah ich viele Schicht­en, die mir zeigten, dass hier ein­mal ein Meer war und irgend­wann wurde dieser Meeres­bo­den nach oben gedrückt. Als ob es kein Unter­schied gäbe, blieben die Berge gle­ich hoch, nur ihre Far­ben verän­derten sich. Dun­kler Basalt, der ein wun­der­bar­er Back­ground für die Reste des Schnees vom Win­ter bilde­ten. Die gesamte Land­schaft ist geprägt von vulka­nis­ch­er Tätigkeit, nicht nur wegen der Aus­brüchen von Yel­low­stone. Da waren noch zahlre­iche andere Vulka­ne aktiv. Oder der Basalt ergoß sich weit über die Gren­zen des Nation­al­parks. Irgend­wie haben sie vergessen, uns diese Geschichte auch zu erzählen. Doch mein Auge für Vulka­ne ist geschult von der Zeit, als ich das let­zte Mal durch Nor­dameri­ka fuhr. Inzwis­chen reagiere ich auf Verän­derun­gen im Gestein. Vielle­icht sollte ich noch erwäh­nen, dass es von Cody bis zum offiziellen Ein­gang in Yel­low­stone 80 km sind. Das ist ger­ade mal die Luftlin­ie Wien-Sem­mer­ing — und da es ziem­lich ger­ade hinein geht — über­schlag ich das mal frech.

Badlands

Es sind viele Schicht­en und das kann jed­er sehen. 

Ich frage nicht, wann oder in welchem Zeitraum diese Ablagerun­gen gescha­hen.
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Aber auf welchem Gipfel bin ich ges­tanden, um so dieses Tal fotografieren zu kön­nen? Gibt es eine Lift hin­auf? Eine Straße? Ist sie so kurvig, wie bei uns Bergstraßen?

Nichts davon.

_MG_8321Auf dem fol­gen­den Bild kannst du es erken­nen. Ich ste­he am Rand der Prärie und schaue hin­unter. Ich bin gemütlich mit dem Auto hinge­fahren, aus­gestiegen und habe ein paar Fotos geschossen. Durch den ganzen Nation­al­park geht es schon auf und ab, aber ganz unten war ich nie, vielle­icht sollte ich das noch ver­suchen.

Die hellen Ablagerun­gen sind tat­säch­lich Aschen, die vor 30 Mil­lio­nen Jahren aus­ge­spuckt wur­den. Die Vulka­ne wur­den Opfer der Zeit, Wind und Wet­ter tat­en das ihre. Aber das hier vulka­nis­che Vorgänge stat­tfan­den, läßt sich an eini­gen Stellen in der näheren Umge­bung fest­stellen, wie in Bear Butte, von dem ich gestern erzählte.

Was mich faszinierte, war, dass hier Ver­wit­terung, der Lauf der Zeit, wie die Erde sich verän­dert, plöt­zlich augen­schein­lich wird. Ich sah auf ein­mal Nar­ben im Grasland und erkan­nte, dass dies wieder ein Anfang eine Verän­derung ist. Jed­er Erdrutsch ist nur ein sehr abrupter und schneller Anfang für etwas Neues. Meist ist es ein­fach eine kleine Erhe­bung, ein kleine Unruhe. Nor­maler­weise sehen wir es nicht, weil selb­st Zeitlupe zu schnell für die Atemzüge der Erde sind. Hier sind die Schicht­en nicht ver­schoben und von oben nach unten gedreht, son­dern ganz ruhig hat sich eine nach der anderen hin­gelegt, um irgend­wann wieder zu ver­schwinden. Diesem Prozeß kon­nte ich hier zuse­hen. Ich begann bess­er zu ver­ste­hen, wie sich unsere Ende wan­delt, entwick­elt, neue Seit­en entwick­elt. Nichts bleibt wie es war, alles ist ständig in Verän­derung, alles wird erneuert, auch wenn wir es nicht immer ver­ste­hen.

Detailiert­ere Infor­ma­tion find­est du hier.