Du kannst mich nur ganz lieben

Stark und schwach.
Einzelpakete werden nicht zugestellt.
Ich versuche dir,
eine Betriebsanleitung zu geben,
so gut ich kann.

Enthält sie Lücken,
wird sie ergänzt,
wenn du es brauchst.

Willst du sie nicht lesen in Momenten des Unverständnisses, setzt der Selbstzerstörungsmechanismus unserer Beziehung ein. Die Liebe nicht, aber unsere Verbindung wird getrennt werden.

Auf der Rückseite meines Wortmeeres

Ich will, dass du von der Rückseite meines Wortmeeres weißt. Dieser Stille Ozean kann bleiern daliegen oder verzückt kleine unauffällige Wellen tanzen lassen. Wenn die Entdeckung dieser See ansteht, werde ich vielleicht sprachlos sein, deshalb erzähle ich dir davon, solange ich mich ausdrücken kann.

Er amüsierte mich

Ich muss noch heute grinsen, wenn ich daran denke, welche Mühen er auf sich nahm, um ja immer bereit zu sein. Er liebte Frauen, alle, na ja, fast alle. Manche mochte er nicht, aber das hatte mehr mit deren Wesen als deren Körper zu tun. Während andere um die Welt reisten, gab es für ihn nur ein wahres Abenteuer, und das waren Frauen.

Vielleicht bezirze ich dich auch einmal, nur um deinen überraschten Blick zu sehen. Mit dir wird spielen wieder leicht und luftig. Sorgenlos und unbefangen, wie Kinder es lieben.

Wenn der Abend anbricht

Wenn der Abend endlich anbricht und die Nacht noch nicht begonnen hat,

stoppe ich alles.

Diese Zeit gehört dir allein.

Hier ist die Nacht nur als Konzentrat vorhanden.

Im Norden tanzt sie durch,

bis sich die Sonne durchsetzt und die Zwischenzeit beendet.

Es herrscht das Zwielicht, das niemandem gehört,

nicht dem Tag und nicht der Nacht,

und dennoch ist es das Licht der Zweisamkeit.

Das Twilight gehört den Verliebten.

Oder ist es gar keine richtige Zeit,

weil nur das halbe Licht regiert?

Kein Wunder, dass diese Stunden unsere sind.

Und jetzt habe ich viele Sekunden mit dir.

Dämmerstunden sind frei von Einschränkungen,

das Beinah-und-doch-Nichtlicht,

das den Blick verändert und doch alles zusammenhält.

Ohne dieses würden Tag und Nacht aneinander brechen oder auseinander fallen,

verloren gehen,

weil niemand die Verbindung hält und ihnen die Hand reicht.

Übrig bliebe das Nichts.

Was ist, wenn auch du sagst

Was ist, wenn auch du sagst, ich soll mich zusammenreißen?

Was ist, wenn du sagst, ich soll nicht mehr nachdenken?

Was ist, wenn du meinst, ich müsse stärker sein?

Was ist, wenn mir das Herz schwer ist und du mir nicht zuhörst?

Was ist, wenn ich nach Worten suche und du die deinen über mich ergießt?

Was ist, wenn du mir erklärst, dass alles nur meine Einbildung sei?

Was ist, wenn du sagst, es sei verrückt – ich sei verrückt?

Was dann?

Das macht mir Angst.

Allein, wenn ich dir das alles schreibe,

nimmt es mir den Atem und treibt Wasser in meine Augen.

Wenn du so sprechen würdest, dann wärest du nicht mein Luke.

Wenn du so mit mir reden würdest, dann würde ich gehen,

und ist meine Liebe zu dir noch so groß.

Ich kann nicht riskieren zu sterben.

Denn ich müsste spielen, eine Andere zu sein.

Wenn ich mich verleugne, dann bin ich tot.

Das kann anderen egal sein, mir ist es nicht egal.

Denn ich weiß von dir schon jahrelang.

Denn ich weiß von dir schon jahrelang, nein, immer schon, seit Anbeginn. Ich hatte es nur vergessen. Bis die Erinnerung kam und ich noch Jahre voll Geduld ausharrte.

Trotzdem war ich unsicher, ob ich dich gleich erkennen würde, wenn diese Welt uns zueinander führt. Denn deine Seele ist mir vertraut, der Rest ist neu.

Es wird nicht die Liebe auf den ersten Blick sein, aber nach dem dreißigsten gemeinsamen Ein- und wieder Ausatmen der Luft, die wir teilen, werde ich es wissen, dass du der bist, auf den ich gewartet habe. Wie besonders, wie ungewohnt und doch vertraut bist du mir.