was macht di glabn

was macht di glabn

was macht di glabn,
dass mei verletzlichkeit a schwächn isch?
mit der verletzlichkeit spiar i mi
aba a di und alle andern, de i spiarn mecht
mit der verletzlichkeit woaß i,
dass andre a oane ham
mit der verletzlichkeit geh i auf eich zu
und woaß, i leb

was macht di glabn,
dass mei offenheit a schwächn isch?
mit der offenheit lass i zu,
dass andre mia weah tun kennen
mit der offenheit schaff i’s aber a,
dass andre sich traun, offener z’werdn
mit der offenheit geh i auf eich zu
und woaß, i leb

was macht di glabn,
dass mei wärmen a schwächn isch?
mit der wärmen in meim herzn riaht mi,
dass i die kältn in eire herzn spiar
mit der wärmen trau i mi,
a wärmflaschn sein fiar eir seel
mit der wärmen geh i auf eich zu
und woaß, i leb

was macht di glabn,
dass meine schwächn nit meine stärkn sein?
mit meine schwächn woaß i,
dass du und du und a i, dass mia verletzlich sein
mit meine schwächn kann i rearn
und genauso lachn, dass alle häiser zittern
mit meine stärkn geh i auf eich zu
und woaß, i leb

Aus dem Gedichtband
„nia z’viel gfühl“