schluck nit!

schluck nit!

o doch, i schluck scho,
und du kannsch’s ruhig wissen,
wenn i beim gschichtln druckn schluck,
weil i an schmäh fiar,
denn kennen hab i des nia – s’gschichtl druckn.
bisch der erste, der’s schlucken hert.
die andren haben nit amoal ghert,
wenn i was gsagt hab, wenn i’s gschrien hab
und s’rearn hamm’s erscht recht nit ausghaltn
und gsagt hamm’s, i soll’s lassen.
des warum hat dann koan mehr intressiert.
fascht hätt i’s denen glabt,
dass i nia was gsagt hab.
des schtimmt aba nit.

i hab eini grufn in wald,
doch der hat’s nur gschluckt, als ob nix gwesn war
i hab aba was gsagt
und i hab nia aufghert was zum sagen.
wie von a wassermühl
oder alle besn geischter triebn,
hab i nit aufhern kennen, und hab was gsag.
und weah hat’s a tan, weil’s so umsonscht war,
was hab i plerrt in meine polschter.
koa ahnung was mehr weah tan hat,
des was ma passiert isch
oder
dass i sagn hab kennen, was i wollt,
und koana hat’s gheart.
z’letzt hab i ma lei mehr in finger gschnittn, an zechn brochen,
in kopf anghaut,
des hat ma angreifn kennen, da bin i tröschtet wordn.
was übrig bliebn isch, des isch a angscht,
dass, wenn i was sag, ma’s wieder nit heart.
a heidnangscht –
und wenn i nix mehr sag, dann kann i nit entteischt werdn
aba i trau mi und immer wieder werd i’s versuchn,
denn i hab an mut
– an riesenmut –
s’isch lei nit leicht.

Aus dem Gedichtband
„nia z’viel gfühl“