So viel Yellowstone und endlich raucht es

Zeit wird’s!

Nach­dem es schon rund um den Lake Yel­low­stone immer wieder ger­aucht hat, ich den Yel­low­stone Riv­er bewun­dert habe, ste­he ich jet­zt vor ein paar Schlamm­löch­er, in denen es brodelt. Nein, Fuß stelle ich frei­willig keinen auf das Gelände, da mögen Büf­fel spazieren gehen, Vögel herumhüpfen, ich bin dankbar um den Steg, der durch das Gelände führt.

Grand Canyon of the Yellowstone

Der Yel­low­stone Riv­er war der Namensge­ber des gesamten Gebi­etes. Der Wasser­fall wurde erst möglich durch die heißen Quellen. Nach­dem das Gestein rund um diese Quellen qua­si aufgewe­icht war, hat die Zeit ihr übriges getan, die Wasser­massen waren der sprich­wörtliche “Stete Tropfen, der den Stein höhlt.”

Bei den let­zten Bildern wurde ich bei den Säulen an Dev­ils Tow­er erin­nert.

Yellowstone Lake

Eine kleine Ein­leitung, bevor ich hier war, dachte ich der See sei qua­si das Inner­ste des Kraters, dem ist nicht so, nach­le­sen kannst du es hier. Ein detail­liert­eres Bild, aus dem auch die Bewe­gung der nor­damerikanis­chen Kon­ti­nen­talplat­te über den Hotspot, der Yel­low­stone zu dem macht, was es ist, habe ich hier bei Wikipedia gefun­den. Ich wusste nicht, dass es sich bei Yel­low­stone auch um einen Hotspot han­delte. Super­vulkan war klar. 3x soll er inzwis­chen in den ver­gan­genen 2 Mil­lio­nen Jahren aus­ge­sprochen sein, etwa alle 600.000 Jahre und deshalb wäre er auch jet­zt wieder ein­mal fäl­lig. Doch so ein paar 10.000 Jahre auf und ab, sind in geol­o­gis­ch­er Zeit ein Hus­ter.

Yellowstone

mg_8824Yel­low­stone ist ein sehr gefährlich­es Gebi­et für mich, zu viele aufre­gende Motive, zu viel geol­o­gisch inter­es­santes. Wegen der großen Zahl der Fotos werde ich es langsam ange­hen. Als ich über den 2600m hohen Syl­van-Pass den östlichen Rand des Yel­low­stone Kraters über­schritt, und ich die Wolken am unteren Rand sah, bekam ich ein wenig Gefühl für die Größe dieses Gebi­etes.

mg_8823Ein Pass, der eigentlich ein Krater­rand ist, und ich befand mich ab diesem Zeit­punkt inmit­ten der Caldera eines Super­vulka­ns. Als das let­zte Mal ein Super­vulkan aus­brach, näm­lich jen­er von Toba, ist fast die gesamte Men­schheit gestor­ben (vor ca. 70.000 Jahren). Die geringe Vari­abil­ität unser­er Gene ist Zeuge dessen und auch ein Zeichen, wie nah ver­wand wir alle sind. Der ganze Hick­hack heute ist lächer­lich, denn wir sind alle ziem­lich nah ver­wand, wir müssen nur ein paar 1000 Gen­er­a­tio­nen zurückschauen. Ob wir damals wirk­lich fast aus­gestor­ben wären, ist nicht sich­er, sie stre­it­en sich noch und ich halte mich da raus.mg_8835

Die glob­ale Tem­per­atur soll damals um 3–3,5° gesunken sein. Doch was immer damals geschah, wenn es jet­zt zu einem Aus­bruch käme, wäre es sehr fol­gen­re­ich. Zur Erin­nerung als der unaussprech­liche Vulkan 2010 in Island aus­brach, kam der Flugverkehr lange Zeit zum Erliegen. Die Aus­brüche von Vesuv und Mount St. Helens erzählten ein wenig von der Macht, und doch ein Super­vulkan ist viel mehr.

Sobald ich mich umschaute, strahlten über­all Vulkankup­pen in schwarz und weiß zu mir herüber. Nur Rich­tung Süden strahlten sie Tetons am anderen Ende des Crater­lakes herüber. Im Vorder­grund sind die Über­reste des let­zten Wald­bran­des, Wald­brände, die an vie­len Orten ihre Zeichen hin­ter­lassen.

mg_8960Über­rascht hat mich, dass die Caldera nicht wirk­lich klar ersichtlich ist. Inner­halb der Caldera ist zwar der Yel­low­stone Lake, der einen Teil bedeckt, doch der See bildet nicht die Caldera, wie ich dachte. Sie ist 6x so groß wie Wien oder fast so groß wie Vorarl­berg, alles Größen, die über meine per­sön­liche Vorstel­lung hin­aus­ge­hen (2400 km²).

Es befind­en sich zahlre­iche Erhe­bun­gen, die durch die hydrother­malen Erschei­n­un­gen verur­sacht wor­den sind, in diesem Bere­ich. Es war nicht so, wie ich es mir vorstellte. Auf der Karte siehst du, dass es nicht ein­fach eine flache Schüs­sel ist, son­dern unter­schiedliche Erhe­bun­gen, Hügel und Berge den Krater­rand ver­schleiern. Die Rän­der der Caldera sind außer­dem nicht sta­tisch geblieben, bei jedem der riesi­gen Aus­brüche lag das Zen­trum woan­ders.mg_8964

Rechts siehst du den nördlichen Rand, beim 2700 m hohen Dun­raven Pass. Selb­st das Wis­sen, dass da drin­nen Bäume wach­sen und Tiere leben, reichte nicht, um es mich den­noch zu über­raschen. Speziell die vie­len Flüsse ver­standen es, mich in ihren Bann zu ziehen.

Ich war schon beim Colum­bia Riv­er über­rascht und wie weit sich die Spuren des let­zten Aus­bruchs von Mt. St. Helens zogen, aber Yel­low­stone ist ein­fach riesig.

Die Größe über­steigt ein­fach meine Vorstel­lungskraft.

Bei Yel­low­stone han­delt es sich um einen Hotspot, wie in Hawai, doch während sich dort ein­fach der Ozean­bo­den öffnet und die Lava san­ft die Hügel hin­unter fließt, ist hier die Lage ein wenig kom­pliziert­er, weil es die Aus­brüche nicht laufend son­dern episodisch stat­tfind­en. Aber auch hier bewegt sich die Kon­ti­nen­talplat­te seit 17 Mil­lio­nen Jahren über diesen Hotspot und war einst in Neva­da und Ida­ho, als sie noch nicht Neva­da und Ida­ho waren. Dieser bricht etwa alle 600.000 Jahre aus. Und da stöh­nt er nicht nur so wie jet­zt mit seinen heißen Quellen und dem Schwe­felges­tank, son­dern lässt ein Mords­don­ner­wet­ter mit Blitz und Lava und Asche abge­hen.

Hier schaue ich noch mal zurück Rich­tung Süden und Caldera.

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Blackhills

Nichts kann den Namen der Black Hills bess­er beschreiben als ein Bild der­sel­ben.
_MG_8488Die dun­klen Wälder der Pon­derosa-Pine zeich­nen sich schon von weit­em als dun­kle Hügel ab. So war es nicht nur für mich oder die ersten Europäer, auch die Sioux nan­nten sie so. Sel­ten sind sich Leute über die Beze­ich­nung ein­er Land­schaft so einig gewe­sen.

Ich fürchte, ich habe in Geo­gra­phie nie wirk­lich gut aufgepasst, son­st wäre ich nicht laufend so über­rascht über die Gebi­ete, die ich besuche. Great Plains, Prairie und ich hat­te keine Ahnung, dass sich mit­ten drin ein paar Hügel befind­en. Ich hat­te keine Ahnung, wo Mount Rush­more sein sollte. Die Präsi­den­ten sind hier. Aber davon später.

Ich wollte das alles in einen Rah­men brin­gen, um die Zusam­men­hänge zu ver­ste­hen. Leicht wurde es mir nicht gemacht, es hat eine Weile gebraucht, bis ich ein grobes Bild hat­te. Inzwis­chen hat­te ich her­aus­ge­fun­den, dass die Asche in den Bad­lands von Vulka­nen stammt, die schon längst ver­schwun­den sind, deren Brüder und Schwest­ern, wie Bear Butte und Dev­ils Tow­er, noch an sie erin­nern. Diese Lakkolithe — also Vulka­ne, die es nicht zur Ober­fläche schafften, als sie als Mag­ma von Inneren der Erd­kruste ver­sucht­en nach Oben durchzu­drin­gen — sind beson­dere Berge, heilige Plätze. Sie sind Teil der Black Hills, doch der ganze Gebirgszug gilt als heilig, a sacred place. Ich hätte mich jet­zt gemütlich zurück­lehnen kön­nen und es damit belassen, doch es ließ mir keine Ruhe. Ich wusste, sie sind etwas beson­deres und da ich zwar nichts gegen Glauben habe, aber auch nichts gegen Wis­senschaft, wollte ich es mir genauer anschauen.

Natür­lich ist alles viel kom­pliziert­er, wie alles, was ich bis­lang in der Geolo­gie gefun­den habe. Aber das Prinzip kann ich trotz­dem
_MG_8628rauskitzeln. Bei den Black Hills han­delt es sich um ein Ter­ran. Noch nie gehört davon? Ich auch nicht. Es ist ein Krusten­block, also ein Teil der Erd­kruste, den es durch Ver­schiebun­gen an einen Kon­ti­nent ange­lagert hat (Klingt wie ein Größen­prob­lem, da bei­de Teile doch ein­fach Erd­kruste sind). Und dann wird das noch ein wenig über Jahrmil­lio­nen gemis­cht und gedrückt und der Block sitzt wie eine Insel auf dem Kon­ti­nent. Wenn man die geol­o­gis­chen Struk­turen anschaut, sieht es auch aus wie eine Insel (also jene Karten in den Atlanten, von denen ich nie wusste, was ich damit anfan­gen sollte).

Ein Teil davon ist aus ural­tem Gran­it 1.800 — 2.800 Mil­lio­nen Jahre alt. Mag­ma­tis­ches Tiefengestein: Gran­it, Gneise, Schiefer, wie in Teilen der Zen­tralalpen. Nur sind die Gesteine der Alpen “erst” 160 Mil­lio­nen Jahre alt. Irgend­wie sieht man diesen Bergen an, dass der Zahn der Zeit an ihnen genagt hat. Da war ein mal ein Meer darüber, Sed­i­ment- und Kalkgestein weisen darauf hin, doch an den Gipfeln sind diese “weicheren” Gesteine abge­tra­gen, sie find­et man eher an den Rän­dern. Aus diesem Grunde gibt es auch Höh­len­sys­teme in den Black Hills.

Das alte Gestein ragt also wie eine Insel aus dem umgeben­den her­aus. Um sich die Macht der sich bewe­gen­den Massen vorzustellen, sind diese ver­schiede­nen Zonen teil­weise bis zu 90° gedreht. Die Geolo­gen hauen dann noch mit Beze­ich­nun­gen ver­schieden­er For­ma­tio­nen herum (ver­rat­en aber nicht gle­ich, wann sie waren, son­dern schreiben ein­fach Paläo­zoikum, und ich muss wieder nach­schauen. Es ist der winzige Zeitraum zwis­chen der Entste­hung der ersten mehrzel­li­gen Wesen und der Zeit der Rep­tilien. 540–240 Mil­lio­nen Jahren, am Ende ent­stand der Superkon­ti­nent Pangäa). Und die jüng­sten Teile stim­men mit der Ober­fläche der Great Plains übere­in.

Die Graphik im Muse­um war detail­re­ich­er und kom­pliziert­er, ist mir allerd­ings egal, ich wollte das Prinzip ver­ste­hen.
Ein Krus­ten­teil hat sich über einen Kon­ti­nent ver­schoben und zwar vor ewigen Zeit­en.

Dann gab es Meere und Sed­i­mente haben sich abge­lagert, als sich dann diese Insel zu heben begann (und jet­zt erlaube ich mir frech eine Inter­pre­ta­tion, der ich noch nicht nachge­hen kon­nte: kön­nte es nicht auch vor 30 Mil­lio­nen Jahren gewe­sen sein, als Vulka­ne (ein Zeichen, dass weit­er unten eine Par­ty abge­ht) Asche auf die späteren Bad­lands ausspuck­ten.)

Die Black Hills sind also anständig alte Berge, viel älter als die Appalachen, die während der variszis­chen Gebirgs­bil­dung gehoben (400–250 Mil­lio­nen Jahre) wur­den. Wir ken­nen es von der Böh­mis­che Masse, dem franzö­sis­chen Zen­tral­mas­siv, dem Spes­sart oder Harz. Und die gel­ten bei uns als sehr alte Berge.

Es war eine müh­selige Sucherei und Leserei, aber jet­zt bin ich zufrieden. Diese Hügel sind nicht ein­fach nur Hügel, sie sind ver­dammt alte Hügel — leicht 5x älter als jene, die wir in Öster­re­ich alt nen­nen — und ver­di­enen es acht­sam behan­delt zu wer­den. Es ist meine ratio­nale Erk­lärung, warum viele ver­schiedene Stämme der First Nations diese Berge als einen Heili­gen Ort anse­hen. Es ist wie eine Verbindung zu unseren Vor­vor­vor­fahren, die sich gegen alle Ver­wit­terung, Verän­derung, Auflö­sung stell­ten und uns daran erin­nern, woher wir kom­men. Ich ver­ste­he jet­zt, warum dies ein sacred place ist. Es mag selt­sam erklin­gen, es muss nicht immer eso­ter­isch sein, wenn Men­schen etwas beson­ders find­en. Manch­mal ist es ein­fach etwas sehr Spezielles.

Devils Tower

_MG_8495Ich habe ver­sprochen, noch mehr von den Übrig­bleib­seln der vulka­nis­chen Aben­teuer zu erzählen. Ich fuhr Rich­tung Nor­den, um in Wyoming etwas ganz beson­deres zu besuchen. Doch zuerst sah ich ein­mal andere Hügel, die mir von Ferne zu wink­ten.

Nur was mich, seit ich genauer auf Berge und Täler schaute, immer mehr faszinierte, auch wenn das Prinzip ver­gle­ich­bar ist, schaut alles ganz ein­ma­lig und einzi­gar­tig aus. Und ist es auch.

Dev­ils Tow­er ist 1559m hoch, 386m erhebt sich dieser Lakkolith. Natür­lich ist er wie Bear Butte ein Sacred Place für ver­schiedene Tribes. Er ist das älteste Nation­al Mon­u­ment der Vere­inigten Staat­en. Was irri­tierend ist, sind die Klet­ter­er, die von allen Seit­en den Berg erk­lim­men. Noch schlim­mer fand ich die Rufe, mit denen sie sich ver­ständigten. Warum fällt es uns “zivil­isierten” Men­schen so schw­er, andere Men­schen und deren Bedürfnisse zu respek­tieren. Sie krax­eln _MG_8343ja auch nicht in ein­er Kirche herum. Nie­mand ver­liert etwas, wenn er einen Berg nicht besteigt. Doch gehen die Diskus­sio­nen rund, denn als Nation­al Mon­u­ment gehöre es ja allen Amerikan­ern. Ich mochte es schon  nicht am Ulu­ru. Bevor wir begin­nen, will ich deshalb einen alten Sal­bei, den ich dort sah, als kleines Sym­bol dieser Slideshow voranstellen.

Mehr zum Dev­ils Tow­er kön­nt ihr hier nach­le­sen. Dort kön­nt ihr auch den Riesen­bären sehen, der mit seinen Krallen seine Spuren im Berg hin­ter­ließ. In Lako­ta wird er nicht Teufel­sturm son­dern Matȟó Thípi­la (“Bear Lodge”) or Pte­hé Ǧí (“Brown Buf­fa­lo Horn”) genan­nt.

Bear Butte

Wenn ich mir eine Verbindung ins Innere der Erde vorstellte, war es ein Vulkan. Da ist es allerd­ings ziem­lich heiß. Plätze, die mir einen küh­leren Zugang ermöglichen, kam mir nicht nicht in den Sinn.

medicine-wheelAls ich vom ersten, der einen direk­ten Zugang ermöglicht, erfuhr, war es für mich nicht ver­wun­der­lich, dass es ein Heiliger Ort war, der seit langer Zeit für heilige Zer­e­monien und Gebete aufge­sucht wurde. Den Gebets­bän­der, die ich schon in Pipe­stone sah und den Gebets­bün­del mit Tabak, gebun­den­er weißen Sal­bei begleit­eten mich den Berg hin­auf. Die Far­ben sind unter­schiedlich, manch­mal ohne Bedeu­tung (einem geblümten Stoff darf ich dies wohl absprechen, dafür möchte ich den Tabak als Opfer würdi­gen). Im Medi­z­in­rad, die sich in ihren Far­ben und deren Inter­pre­ta­tion unter­schei­den, sind sie erk­lärt. Ich habe ein Bild und die Inter­pre­ta­tion des Reli­gion Depart­ment at Col­orado Col­lege ver­wen­det.

Für die Lako­ta ist Schwarz die­Farbe des West­ens, der Thun­der­be­ings und Light­en­ing peo­ple. Sie begleit­eten mich auch beim Auf­stieg. Es ist der Ort, wo das Licht ver­schwindet. Und auf den Fotos sind sie auch zu sehen. Die Gewit­ter, die im Früh­jahr — so auch jet­zt — über das Land ziehen, sind die Thun­der­be­ings. Er repräsen­tiert die Erde im physis­chen Sinne. Es ist die Zeit der Intro­spek­tion, der Selb­st­beobach­tung und ‑prü­fung. Sie eröffnet das Ver­ständ­nis größer­er Zusam­men­hänge der Welt.

Der Nor­den ist weiß, von dort kommt der Schnee und die Kälte des Win­ters. Der Wind reinigt und erneuert die Energien. Das Weiß repräsen­tiert die Anstren­gun­gen und Müh­sal,  die unter­nom­men wer­den, um Neues in sein Leben zu inte­gri­eren.

Gelb ste­ht für die aufge­hende Sonne, den begin­nen­den Tag, das Licht. Gelb dient so auch als Stel­lvertreter des Ostens. Damit verkör­pert es Ver­ständ­nis und Weisheit, das Licht hil­ft und Dinge so zu erken­nen, wie sie wirk­lich sind.

Rot ste­ht für den südlichen Him­mel. Dort ste­ht die Sonne am Höch­sten. Durch denk Som­mer entwick­eln sich alle Geschenke der Erde und damit versinnbildlicht Rot auch das Wach­s­tum. Und wenn wun­dert es nicht: Für Wärme.

Um Bear Butte wer­den auch heute noch Schwitzhüt­ten errichtet, gibt es Zeit­en rit­ueller Feiern.

Das Bear Butte Forum trifft sich regelmäs­sig, um die Wün­sche des State Parks und der Stämme, die Bear Butte für religiöse Zer­e­monien auf­suchen.

Mich berührt es noch auf eine ganz andere Weise: zurück zur Geolo­gie. Vor 80–30 Mil­lio­nen Jahren muss die Land­schaft um die Black Hills ziem­lich in Unruhe ver­set­zt gewe­sen sein. (Die Stre­it­ereien, wann es genau war, über­lasse ich völ­lig gelassen den Geolo­gen, dass es kein Pap­pen­stiel sein kann, festzustellen, wann es genau war. Das kann ich mir als Laie auch so leb­haft vorstellen.) Kleinere Kon­ti­nen­talplat­ten hat­ten sich unter den Nor­damerikanis­chen Kon­ti­nent zu bewe­gen begonnen. Wenn sich diese Plat­ten ineinan­der ver­schieben, taucht früher oder später eine in den Erd­man­tel ein und das Gestein begin­nt zu schmelzen. Dort entste­hen gerne Vulka­ne. Zu sehen ist das heute rund um den Paz­i­fik, wo die Kon­ti­nen­talplat­ten rund herum durch den schw­er­eren Paz­i­fik­bo­den ver­schoben wer­den. Die Vulka­ne ziehen sich von Neusee­land, Japan, Kamtschat­ka, Alas­ka, Nor­dameri­ka hin­unter bis Südameri­ka. So eine Unruhe stelle ich mir nun vor 30 Mil­lio­nen Jahren hier um die Black Hills auch vor. Einzelne Berge sind heute noch zu sehen, nur dass die meis­ten dieser Berge zu ihrer aktiv­en Zeit nicht das Tages­licht sahen. Lakkolith wird so ein Berg genan­nt. Eine Mag­makup­pel presste sich nach oben, hebt das umliegende Gestein in die Höhe, aber bricht nicht als Vulkan aus. Der Fach­mann nen­nt es auch Sub­vulka­nis­mus. In den paar zig Mil­lio­nen Jahren, die sei­ther ver­gan­gen sind, wur­den die weicheren Sed­i­ment­gesteine abge­tra­gen (rund­herum, an Stellen, die nicht durch einen Mag­mafluß gehoben wur­den, kann man die Schicht­en noch sehen) und plöt­zlich ste­hen Mono­lithen da, die uns erin­nern, dass ein­mal etwas anders war.

Die tat­säch­lichen Vulka­ne dürften inzwis­chen ver­schwun­den sein. Dass sie gespuckt haben, kon­nte ich in den dick­en Ascheschicht­en in den Bad­lands von South Dako­ta sehen. Aber die bekommt ihr erst mor­gen zu sehen.

Heute gibt es Erin­nerun­gen an Bear Butte.