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Wanderlust II: Unterm Himmel

Als ich mich heuer mit einer Frau unterhielt, die, so wie ich, gerne reist, und sie mir sagte, dass es heute anders ist, dass sie Grenzen sieht, dass reisen anstrengender wurde, als in jungen Jahren, begann ich zurück zu schauen.

Wieder mal nachdenken, wie immer gerne, immer wieder zweifeln und fragen und neue Antworten finden. Mit aller Leidenschaft.

Vor einigen Jahren dachte ich, ich hätte noch Zeit, nicht unendlich viel, aber doch mehr Zeit. Aber es sterben Menschen und sie sterben nicht nur weit über 80 sondern in greifbarer Nähe. Sicherlich waren es die beiden guten Freundinnen, die kurz hintereinander starben, gerade mal so alt wie ich jetzt bin, die intensiv und leidenschaftlich gerne lebten, die mir die Endlichkeit bewusst machten und mich dazu brachten, auf mein Leben nicht nach Pflichten sondern nach meinen Möglichkeiten und Träumen zu durchdenken.

Dies brachte mich dazu, alles Alte hinter mir zu lassen, eine neue Stadt, neue Ziele, neues Arbeiten zu kreieren. Ich schaute, was wichtig ist, und was nicht. Und Geld war nicht wichtig. Geld ist nicht Leben, Geld macht mir keine Freude. Tun lässt mich leben, etwas Schaffen lässt mich glücklich sein. Und als ich vor einigen Tagen eine Bekannte traf, die mich mich 7 Jahre nicht gesehen hatte, und meinte, ich sehe jünger aus, da wusste ich, ich habe etwas richtig gemacht. Und als ich eine junge Frau bei mir zu Gast hatte, die nun plant ihre zweite Weltreise zu beginnen, und sie meinte, so eine Oma würde sie sich für ihre Kinder wünschen, da war ich mir sicher, dass ich in die richtige Richtung gehe.

Nur hinderte es mich deshalb nicht, nochmal zu fragen, wo ich stehe , wo ich  etwas nachjustieren sollte, was besser laufen könnte. Denn ich hatte mich in meine Projekte vertieft. Und sie machen mir Spaß und treiben mich voran. Aber das Innehalten, das Stillstehen, das Schauen, wo ich gerade bin, das Wahrnehmen des Lebens, das kam zu kurz. Ich wollte auf das Reisen verzichten, um dieses Leben zu führen. Bescheiden, aber glücklich, statt Geld für nichts zu verdienen und hinauszuwerfen, das mich bestenfalls eine Sekunde erfreut. Ich hatte gedacht, es würde reichen, erfüllt zu leben. Doch ich unterschätzte den Beitrag des Reisens für mein Leben.

Hinausgehen, sehen, was mich umgibt, berührt werden, nachdenklich werden, aber auch neugierig. Etwas wissen wollen, noch mehr lernen und verstehen wollen, das bringt das Reisen in mein Leben.

Und ich überlegte, ob es möglich sei, öfter diese Herausforderungen, diese Leidenschaften, dieses Neue hereinzuholen, in das Leben, das ich jetzt führe. Denn diese Qualität bringt weitere Süße in mein Leben.

Ich lebe,
als ob heute mein erster und mein letzter Tag wäre. Neugierig was kommen wird und voll Freude, dass ich jeden Tag genutzt habe und nichts versäumt habe.

Es hat Zeiten gegeben, da hatte ich immer den Pass dabei, jederzeit abhauen, dann hatte ich lange Zeit, meinen Schlafsack im Auto: Schlafen, wo immer ich möchte. Und dann dachte ich lange nach, erinnerte mich an meine Sehnsucht, die erwacht war, seit ich in Australien war: mit einem kleinen Bus fahren, wohin der Wind mich treibt.

Ich suchte alle meine Reiseberichte und daraus wurde www.untermhimmel.eu, ein Ort, wo ich jederzeit rund um die Welt reisen kann, dort habe ich meine Reisen von Australien bis Amerika zusammengetragen.

Und dann wurde es ernst. Eigentlich war es Liebe auf den ersten Blick, aber vorsichtig wie ich bin, beobachtete ich Jules lange Zeit. Heute steht er draußen vor meinem Haus und jeden Tag grüße ich ihn morgens als Erstes freudig. Mein kleiner Franzose. Die Abenteuer mit ihm kannst du hier www.untermhimmel.eu nachlesen.

Und ich hoffe, es wird dir so viel Vergnügen wie mir bereiten.

 

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