blog Nachdenken

Marktwert

Ich bin verdammt froh, keinerlei Marktwert anzustreben. Damit ist egal, ob ich einen besitze oder nicht. Dieses sich selbst als Produkt definieren, ist seltsam. Etwas teilen, Begeisterung, ein Lied, einen Text, das ist etwas anderes. Da geht es um Leidenschaft und Freude, die man teilen will. Andere hingegen machen Werbung, und wenn du nicht ihrer Meinung bist, dann bist du weniger wert. Die überzeugen nicht, weil sie Argumente haben, sondern weil sie lauter sind. Hast du nicht deren Tempo, bist du Zweiter. Bist du nicht so laut, bist du Zweiter. Willst du denken, bevor du redest, bist du Zweiter.

Irgendeinen Geschmack suche ich, der bei mir zurückbleibt, wenn es nicht aufrecht ist, dieses Werben um jeden Preis. Aber wie kann ich das beschreiben, was ist es genau? Schneller, lauter, schlagfertiger und dann bist du Nummer eins am Markt. Und das soll einen Wert haben? Vielleicht ist es nur Naivität, die mich führt. Eine Naivität, die wissen will, was ein anderer empfindet, was er denkt, was er braucht. Wenn ich etwas verkaufen will, ist es mir völlig egal, was du empfindest, was du denkst, was du brauchst. Und wenn es nur das Gefühl ist, dass du etwas Besseres seist.
Nur so will ich nicht leben.

Ich teile, weil ich mich freue und hoffe, dass ein anderer sich freut.

Deshalb will ich meinen Marktwert auch gar nicht wissen. Damit bin ich frei. Scheiß drauf. Sollen die anderen geliebt werden wollen. Mir reicht, dass ich finde, dass ich cool bin. Mögen die anderen verbrennen, wenn sie an mich denken. Oder auch nicht, ist mir auch egal.

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